Geschichtsschreibung, Erinnerungspolitik

Stasi forever? Es ist Zeit für einen anderen Umgang mit den Akten. Wir können einiges daraus lernen – vor allem für die Gegenwart

erschienen in: der Freitag 14/16 Den oft leidvoll Betroffenen Einsicht in ihre Stasi-Unterlagen zu verschaffen, war ein zentrales Anliegen der DDR- Bürgerbewegung. Niemals sollte dieses Material in die Hände anderer Geheimdienste fallen. Die geheimen Strukturen sollten transparent werden. Dasselbe wurde auch für westliche Dienste gefordert. Doch die staatliche Mammut-Behörde des Bundesbeau ragten für die Stasi-Unterlagen mit einem…

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Da liegt kein Segen drauf. Zum geplanten Zentrum gegen Vertreibung. Süddeutsche Zeitung 6.2.04

Geschichtsschreibung ist bekanntlich die Summe der Lügen, auf die sich die Mehrheit einigt. In Ost und West hatte man sich mehrheitlich darauf geeinigt, das Elend der Flüchtlinge weitgehend auszublenden. In meiner Kindheit waren bildhafte Schilderungen von der Flucht dennoch präsent, denn die Familie meiner Mutter stammte aus Breslau. Sie verlor dort all das, was die…

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Die Braunlage, Kursbuch Heft 162 vom 28.11.05, gekürzt unter dem Titel: Einseitige Linksfürchtigkeit, in: Die Zeit Nr. 48, S. 21

Behauptungen, die man nicht für möglich hält, nötigen einen mit Zweifeln zu leben, die Sache zu vergessen oder nachzufragen. Nach der deutschen Einheit wurde beteuert, aus den Fehlern der Nachkriegszeit gelernt zu haben. Systemnahe Kommunisten sollten nicht, wie damals Nazigetreue, auf Nachsicht hoffen dürfen. Dieser Vorsatz wurde erfolgreich umgesetzt, aber gleichzeitig die Chance verpasst, bei…

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Mit 90 unersetzlich: Egon Bahr – Ossietzky 7/2012

Auf sehr direkte Nachfrage hat Egon Bahr mir unlängst bestätigt, daß er die monatelangen Verhandlungen in Moskau Anfang der 1970er Jahre weitgehend autonom geführt hat – Willy Brandt hatte ihm vertrauensvoll freie Hand gelassen. Richtschnur war Brandts Überzeugung: »Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts.« Insofern handelte er im aphoristisch formulierten Auftrag,…

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Schiefer Vergleich? Widersprüchliche Bewertung von NS-Verstrickung – Freitag 16 vom 20.04.2007

ANSCHAUUNGSMATERIAL Die widersprüchliche Bewertung von NS-Verstrickung weist auf eine verborgene Dimension im Angriffspotenzial der Medienmacher In der Debatte um den moralisch und sachlich richtigen Umgang mit der deutschen Vergangenheit jagt ein Fall den anderen und beweist, dass die immer wieder beschworene Normalität in diesem Land reines Wunschdenken ist. Eine fortbestehende Unsicherheit im Urteil, um nicht…

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Überrollt? Belebt? Bereichert? Vortrag in der Berliner Akademie der Künste vom 10.4.08

Die Wende und ihre Folgen -Symposium der Historischen Kommission der ARD Da es hier um die Rolle von Rundfunk und Fernsehen in einer außergewöhnlichen historischen Situation geht, gestatten Sie mir zunächst eine persönliche Bemerkung. Ich bin eigentlich Fernsehjournalistin. Acht Jahre vor der Wende habe ich das Fernsehen der DDR und mit ihm den ganzen Journalismus…

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Tragödien sind nicht zu Ende, wenn der Vorhang fällt. Antisemitismus und DDR – Freitag 29 vom 20.07.2007

WIE ANTISEMITISCH WAR DIE DDR?* Die aufklärerische Substanz im Osten war offensichtlich wirksamer als alle westdeutschen Versuche Die Freitag-Debatte über das Thema die DDR und der Antisemitismus stößt weiter auf reges Interesse bei Lesern und Autoren. Zur Erinnerung: Für den Anstoß hatte Regina General in der Ausgabe 17/07 mit ihrem Artikel Worte sind manchmal wie…

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