Bildschirmfoto 2015-03-21 um 23.09.31      BildschirmfotoKopie      978-3-499-62468-1      978-3-87134-430-5      3-499-60341-1

Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute

Die Einheit – eine Abrechnung

In sieben Büchern hat Daniela Dahn sich mit der Einheit und den Folgen befasst, ein achtes war nicht geplant. Nun hat sie es dennoch geschrieben, denn die Zeiten sind danach: Nach dreißig Jahren Vereinigung ist die innere Spaltung zwischen Ost und West so tief wie eh und je; und es haben sich sogar neue Klüfte aufgetan, die unser Gemeinwesen erschüttern. Sie haben damit zu tun, dass die vermeintlichen Sieger der Geschichte das Erbe der beitrittsgeprüften „Brüder und Schwestern“ komplett ausgeschlagen haben.
Was hat die „friedliche Revolution“ den Menschen in Ost und West also gebracht? Viele Annehmlichkeiten, sicher, so Daniela Dahn, aber revolutioniert wurde nichts.Die Geschichte des Anschlusses der DDR ist eine Geschichte von Demütigungen, einer tätigen Verachtung ihrer Kultur, Literatur, Wirtschaft und sozialen Infrastruktur, die immer weiter fortwirkt. Dagegen steht eine geschichtsvergessene Ignoranz, die das Denken in Alternativen entsorgt hat. Erstmals beschäftigt sich die Autorin auch mit der Frage, wie das Ende des sozialistischen Systems die Welt verändert hat. Die „siegreiche“ Demokratie hat überall an Vertrauen verloren, weil sie von den Eliten, die sie tragen sollen, permanent entwertet wird. Und vor den großen Fluchtbewegungen der letzten Jahre stand die konsequente Weigerung, auch nur ein wenig von dem zurückzugeben, was der „Raubmensch-Kapitalismus“ sich zur Beute gemacht hat. Für das vereinigte Deutschland zeigt Daniela Dahn: Bevor der Rechtsextremismus die Mitte der Gesellschaft erreicht hat, kam er aus der Mitte des Staates. Aus Teilen des Sicherheitsapparates, der Bundeswehr, der Verwaltung.
Eine gemeinsame Erinnerungskultur, die sich beschönigender oder dämonisierender Legenden verweigert, gibt es in Deutschland noch nicht. Was müsste sie berücksichtigen? Daniela Dahn gibt hier, streitbar und kompromisslos wie immer, mehr als nur Anregungen dazu.

Lieferbar ab 17.9.2019

Emanzipiert Euch!   Bildschirmfoto 2015-03-21 um 23.09.52

Daniela Dahn denkt weiter: Es reicht längst nicht mehr, so lautete schon das Credo ihres letzten Buches («Wir sind der Staat!»), bei Banken- und Politikkrisen zu verharren und nach ihren Ursachen zu suchen; es muss auch Konsequenzen geben. Denn Anlass zur Empörung ist zwar genug. Aber welche Schlüsse ziehen wir aus den Befunden von Stéphane Hessel und vielen anderen? Darum geht es in diesem Text: um Bürgerbeteiligung und direkte Demokratie und um die Frage, wie in unserem Land demokratische Strukturen und Prozesse überhaupt noch gerettet werden können.

Es reicht längst nicht mehr, bei Banken- und Politikkrisen zu verharren und nach ihren Ursachen zu suchen; es muss auch Konsequenzen geben.

In einem knappen Bericht zur desolaten Lage der Demokratie in Deutschland und Europa wirft Daniela Dahn Schlaglichter auf die Folgen einer Politik, der das Geschäftsgeheimnis weltumspannender Konzerne allemal mehr gilt als die Privatsphäre ihrer Bürger: Dass also unsere staatliche Souveränität mit dem bevorstehenden TTIP-Abkommen für ein Linsengericht endgültig an die Wirtschaft verkauft wird. Dass an die Selbstheilungskräfte der Märkte und ihre politischen Vollstrecker in West und Ost niemand mehr glaubt. Dass es an neuer Orientierung aber fehlt. So hat etwa der ukrainische Freiheitswille einige Unterströmungen, die den Maidan als Modell zur Rettung der Demokratie jedenfalls untauglich machen.
Emanzipation wovon – Emanzipation wofür?
Im zweiten Teil des Textes geht es um die Frage, was der aktive Bürger tun kann, um der politischen Preisgabe seiner Rechte und dem «Terror der Ökonomie» entgegenzuwirken. Welcher Honig der Freiheit lässt sich zum Beispiel aus Gene Sharps 198 Methoden des gewaltlosen Vorgehens gegen totalitäre Verhältnisse saugen («Von der Diktatur zur Demokratie»)? Und schließlich macht Daniela Dahn einen Vorschlag, der manche überraschen wird: Warum nicht im Gedenken an Weimar, aber diesmal von unten nach oben und mit den Mitteln der digitalen Kommunikation, eine neue europäische Verfassung vorbereiten? – Und zwischenzeitlich vom verteidigungswürdigen Grundgesetz retten, was noch zu retten ist.

ebook2

 

 

 

 

 

 

Rowohlt E-Book Only